Das war der Jugend forscht Regionalwettbewerb Augsburg 2026

Auch 2026 hat XITASO wieder gemeinsam mit der Technischen Hochschule Augsburg den Jugend forscht Regionalwettbewerb Augsburg ausgerichtet. Insgesamt neun Projekte haben einen Regionalsieg errungen und können nun im Bayerischen Landeswettbewerb antreten. 

Wie sieht das Haus der Zukunft aus? Kann man mit Wasser aus dem Wasserhahn Strom erzeugen? Wie lassen sich KI-Modelle trainieren? Und sind Anti-Aging-Produkte eine Lüge der Industrie? Mit diesen und vielen weiteren Fragestellungen gingen im diesjährigen Augsburger Regionalwettbewerb von Jugend forscht 80 junge Forscherinnen und Forscher an den Start. In dem zweitägigen Wettbewerb stand für die Teilnehmenden vor allem die Präsentation ihres Projektes vor der Fachjury im Vordergrund. Zusätzlich gab es ein buntes Rahmenprogramm, eine gemeinsame Abendveranstaltung und eine öffentliche Projektausstellung. Den Abschluss bildete die Preisverleihung, bei der die Teilnehmenden erfahren haben, wer es eine Runde weiter geschafft hat.

Die Regionalsieger*innen

Pro Fachgebiet können in der Sparte Jugend forscht Junior (bis 14 Jahre) und Jugend forscht (ab 15 Jahre) je drei Platzierungen vergeben werden. Die jeweils Erstplatzierten beider Sparten werden als Regionalsieger*innen bezeichnet und ziehen eine Runde weiter in den Bayerischen Landeswettbewerb. Regionalsiege werden nur bei außerordentlich guter Leistung vergeben: In diesem Jahr konnten in sechs der insgesamt sieben Fachgebiete Regionalsiege errungen werden. In den Fachgebieten Biologie sowie Mathematik/Informatik stachen innerhalb einer Alterssparte jeweils gleich zwei Projekte heraus, sodass hier der Ausnahmefall eintrat und jeweils beide Projekte in die nächste Runde geschickt werden.

Fachgebiet Arbeitswelt:

Jugend forscht junior

Das perfekte Frühstücksei: Dass so ein Frühstücksei eine ernste Sache ist, wissen wir spätestens seit Loriot. Julian Sen, Lea-Marie Bobinger und Marie Hoffmann vom Maria-Ward-Gymnasium Augsburg untersuchten in ihrem Projekt, wie sich das perfekte Ei zuverlässig zubereiten lässt und entwickelten dazu eine Eiermaschine. Grundlage dafür war eine spezielle Kochmethode italienischer Forscher. In der Maschine wechselt das Ei sieben Mal zwischen zwei Becken mit Temperaturen von 100 bzw. 30 Grad Celsius, bevor es mit perfekter Textur auf den Tisch kommt. Zukünftig wollen die drei das Verfahren weiter optimieren.

Fachgebiet Biologie:

Jugend forscht 

Peptid-Doppelgänger: Grenzen von AlphaFold3 bei der Vorhersage von Spiegelbild-Wirkstoffen: Künstliche Intelligenz schafft neue Möglichkeiten in Wissenschaft und Forschung und könnte in der Alzheimer- und Krebsforschung schon bald für einen Durchbruch sorgen. Viyona und Aaarv Singh von der GISSV German International School of Silicon Valley in Mountain View, Kalifornien (USA) haben sich in ihrem Projekt mit der Verlässlichkeit von KI-Modellen, insbesondere mit AlphaFold, in der Strukturbiologie beschäftigt. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz markiert hier einen Meilenstein, scheitert jedoch häufig an fehlenden Daten. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass KI-Modelle in der stereochemischen Medikamentenentwicklung noch unzureichend sind und physikbasierte Methoden ergänzend erforderlich bleiben.

Jugend forscht

Technische Unterstützungssysteme zur Optimierung der Vogelbestandserfassung: Bereits im vergangenen Jahr hat es Clara Kunze vom Deutschherren-Gymnasium Aichach für ihr Projekt ins Freie gezogen. Die Schülerin untersuchte, inwieweit eine Vogelbestimmungs-App eine sinnvolle Ergänzung zur avifaunistischen Kartierung sein kann. In diesem Jahr prüfte sie, ob sich durch den Einsatz von Audiorekordern und Wildkameras ein kontinuierlicheres Bild der Vogelwelt gewinnen lässt, da die Aufzeichnungen zeitliche Beobachtungslücken schließen könnten. Ihre Auswertung zeigte sich zwar zeitaufwändig, in Kombination mit klassischen Kartierungsmethoden lieferten sie jedoch sehr gute Ergebnisse.

Fachgebiet Chemie:

Jugend forscht junior

Alternatives Papier für Glückwunschkarten: Glückwunschkarten machen noch mehr Freude, wenn damit auch die Umwelt geschont wird. Lilija Meyers und Margarita Garrido Ramirez vom Maria-Ward-Gymnasium Günzburg experimentierten mit alternativen, umweltfreundlichen Papieren, die sich auch für feierliche Geburtstagspost eignen. Neben Versuchen mit Zeitungspapier schöpften die Schülerinnen Papiere aus Gras, Heu, Sodawasser und Stärke. Insgesamt 23 verschiedene Muster erhielten die beiden im Laufe ihres Projekts. Die Papiere sollen noch weiter verbessert und unter anderem eingefärbt werden.

Fachgebiet Mathe/Informatik:

Jugend forscht junior

Acadmyne – Eine personalisierte, datenschutzsichere KI-Lernplattform: Eine Lernmethode für alle? Aaarv und Viyona Singh von der GISSV German International School of Silicon Valley in Mountain View, Kalifornien (USA) bezweifeln, dass dieser Ansatz funktioniert und haben deshalb „Acadmyne“ entwickelt, eine datenschutzsichere KI-Lernplattform mit Website und lokaler Lern-App. Die Plattform bietet die Möglichkeit, innerhalb erstellter Klassen Unterrichtsstoff sowie Aufgaben auszutauschen und fördert Schüler:innen individuell nach persönlichem Wissensstand und Lernbereitschaft. Zukünftig wollen sie die App weiter optimieren, so sollen KI-generierte Aufgaben beispielsweise durch Lehrkräfte verbessert werden.

Jugend forscht 

Eine Programmiersprache für statische Sicherheit beim Umgang mit physikalischen Einheiten: Manchmal reden auch Programmiersprachen aneinander vorbei, hat Raphael Engel vom Dossenberger-Gymnasium Günzburg festgestellt. Eine häufige Fehlerquelle in vielen technischen und naturwissenschaftlichen Anwendungen ist die Verarbeitung von Zahlen ohne Berücksichtigung ihrer physikalischen Einheit. Der Schüler entwickelte daher die neue Programmiersprache „Numerobis“, die physikalische Einheiten und Dimensionen als integralen Bestandteil des Typsystems behandelt. Im Rahmen des Projekts ist eine Basisversion entstanden, die nun weiterentwickelt werden kann.

Jugend forscht 

Kooperation ohne Absprache? Eine spieltheoretische Analyse des US-Insulinmarktes: Mehr als 10 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung ist an Diabetes erkrankt und daher auf regelmäßige Insulinzufuhr angewiesen. Die Preise für das Medikament waren in den USA trotz niedriger Produktionskosten bis 2024 außergewöhnlich hoch. Mithilfe von spieltheoretischen Modellen ging Lorenz Burger vom Ernst-Albrecht-Gymnasium Oettingen dem US-amerikanischen Insulinmarkt auf den Grund. Dazu erweiterte er die Modelle um das Konzept der stillschweigenden Kooperation. Grundlegende Dynamiken und strategische Zusammenhänge zwischen den Anbietern konnte er so anschaulich machen.

Fachgebiet Physik:

Jugend forscht junior

Strömungsmechanik der Rudersteuerung von Containerschiffen: Seinen Strömungskanal aus dem vergangenen Jahr nutzte Tilman Motullo vom Gymnasium Donauwörth im diesjährigen Wettbewerb, um verschiedene Steuerrudermodelle von Schiffen zu testen. Dabei untersuchte er, welche Anordnung und Form der Ruder einen möglichst geringen Strömungswiderstand bei Geradeausfahrt, gleichzeitig aber eine möglichst große Lenkwirkung haben. Für jedes Rudermodell maß der Schüler dazu Seitwärts- und Lenkkraft bei unterschiedlichen Einschlagwinkeln und verglich die Modelle so miteinander. Die Ergebnisse könnten Anregung für den Schiffsbau bieten.

Fachgebiet Technik:

Jugend forscht junior

Wie kann ein Akku-Crash verhindert werden? Fahrkarten, Navigation, Banking-App: Smartphones übernehmen im Alltag immer mehr Funktionen. Was aber, wenn der Akku plötzlich ausfällt und das Display schwarz bleibt? Felix Schnitzler vom Jakob-Fugger-Gymnasium Augsburg hat sich in seinem Projekt damit beschäftigt, wie ein Akku-Crash vermieden werden kann. Er fand heraus, dass die Nutzung von Apps im Hintergrund sowie diverse Bildschirmeinstellungen einen großen Einfluss auf den Akkuverbrauch haben. Darüber hinaus testete er mobile Lademöglichkeiten und die Verlässlichkeit der Akkustandanzeige.

Die Aufzeichnung der Preisverleihung vom 27. Februar 2026 findet ihr hier.